Die Industriekaufleute zu Besuch in Frankfurt


Vom 03.07.2017 bis 07.07.2017 waren wir, die IN-B1-16, zu Besuch in Frankfurt. Neben vielen lustigen gemeinsamen Abenden, standen natürlich auch eine Menge interessanter Unternehmungen auf dem Programm. Näheres zu den einzelnen Programmpunkten erfahrt ihr folgend.

Alternative Stadtführung

Die Stadtführung begann im Bahnhofsviertel. Anschließend gingen wir durch die Elbestraße, dort befinden sich die Bordelle und Druckräume (Fixerstuben). Hier befindet sich auch einer der 7 Spidermen, diese sollen einen Vergleich zu Manhattan darstellen. Deshalb wird Frankfurt auch „Mainhattan“ genannt. Von dort aus sind wir in die Taunusanlage gegangen. Durch diesen Park verlief früher die Stadtmauer. Heute kann man von hier aus die wichtigsten Hochhäuser Frankfurts sehen. Das höchste Gebäude Frankfurts ist von der Commerzbank. Danach wurde uns die Alte Oper gezeigt. Auf dem Platz vor dem Gebäude finden Feste und Märkte statt. Bei der Hauptwache befindet sich der Struwwelpeter, ein Wahrzeichen Frankfurts. Nach der Pauluskirche in der sich nun ein Museum befindet, hat uns der Stadtführer über typische Spezialitäten aufgeklärt, wie Rindwurst, Apfelwein und grüne Soße. Abgeschlossen wurde die Stadtführung am Römer, hier befindet sich das Rathaus. Zusätzlich haben wir hier erfahren, dass die meisten Altgebäude der Stadt nachgebaut und aufgerüstet wurden.

Börse Frankfurt

Die Frankfurter Wertpapierbörse ist mit einem Umsatzanteil von 90 % die größte der sieben deutschen Wertpapierbörsen, deren Trägerin die Deutsche Börse AG ist. Diese organisiert seit 1585 den Markt für Wertpapiere.

An der Frankfurter Wertpapierbörse sind Aktien von mehr als 11.000 nationalen und internationalen Unternehmen notiert und insgesamt etwa 5.100 Mitarbeiter beschäftigt. Nicht nur auf dem klassischen Parkett, sondern auch auf dem elektronischen Börsenplatz „Xetra“ können Aktien angeboten und gekauft werden. Dieser ist von 9:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, während auf dem Parkett von 8 bis 20 Uhr gehandelt werden kann. Hier werden Wertpapiere und Aktien durch Börsenmakler gehandelt, die versuchen, ein passendes Angebot eines Verkäufers mit einer passenden Anfrage eines Käufers zusammenzubringen. Alle Verkäufe und Angebote potenzieller Käufer werden in einem Orderbuch notiert und einander gegenübergestellt.

Nestlé

Bei sonnigem Wetter haben wir uns alle zusammen am Mittwoch mit der S-Bahn auf den Weg zum Firmensitz der Nestlé Deutschland AG gemacht. Nach kurzem Fußmarsch von der naheliegenden S-Bahn Station konnten wir schon von weitem den großen Gebäudekomplex mit dem bekannten und typischen Nestlé Symbol erkennen.

Nestlé ist das weltweit größte Unternehmen für Lebensmittel und Getränke mit Standorten in 191 Ländern. Über 2000 Marken von globalen Ikonen wie Nescafé oder Maggi bis hin zu Innovationen im Health Science Bereich gehören zum Unternehmen. Nestlé Deutschland beschäftigt rund 10.500 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Der Name Nestlé stammt vom Gründer Heinrich Nestlé, der das damals noch unbekannte Unternehmen im Jahre 1866 gründete. Das erste Produkt, mit dem das Unternehmen anfing, war das Kindermehl. Diese Erfindung von Heinrich Nestlé war das Fundament für diesen Erfolg. Eine Reihe von Innovationen sollten folgen und das weltweite Wachstum vorantreiben.

Bei unserem Besuch haben wir eine interessante und aufklärende Führung durch das neu errichtete Nestlé Competence Center erhalten. Das Competence Center bietet eine Dialogplattform für Kunden, Konsumenten und Mitarbeiter. Die Führung durch das Nestlé Competence Center nahm uns mit auf eine spannende Spurensuche rund um das Thema Ernährung: Was und wie essen wir in der heutigen Zeit und welcher Ernährungstyp sind wir? Welche großen gesellschaftlichen Herausforderungen warten in der Zukunft auf Nestlé, um weiterhin erfolgreich zu sein? Wie werden wir künftig kochen und leben? Und wie wird Nestlé den hohen Qualitätsansprüchen der Verbraucher gerecht?

Der Besuch hat verdeutlicht, wie so ein großer Weltkonzern arbeitet und sich stetig auch weiterentwickeln muss, um im Bereich der Ernährung weiterhin Erfolg zu haben. Außerdem wurde deutlich, dass man Nestlé nicht nur das Image eines Anbieters von ungesunder Nahrung sowie eines Umweltschädigers unterstellen sollte. Für Nestlé ist die gesunde und richtige Ernährung ein wichtiger Aspekt in ihrer täglichen und zukünftigen Arbeit.

Flughafen Frankfurt am Main

Am Donnerstagmorgen besuchten wir den größten Flughafen Deutschlands, den Frankfurter Flughafen, auch Fraport genannt. Mit ca. 2 Mio. Tonnen Luftfracht im Jahr, ist er nach Paris der zweitgrößte Frachtflughafen Europas.

Nach der Sicherheitskontrolle besichtigten wir mit einem Bus, das ca. 23 km² große Flughafengelände, welches von einer 15 m hohen und 34 km langen Schallmauer umgeben ist. Der Frankfurter Flughafen wurde am 08. Juli 1936 eröffnet. Im Jahr 2016 besuchten ca. 61 Mio. Passagiere den Frankfurter Flughafen.

Aktuell wird ein neuer Terminal, der Terminal 3 mit den Gates G, H, I, J, K, gebaut. Der Terminal soll zunächst so groß werden, wie der Hamburger Flughafen und abschließend dann sogar so wie der Flughafen Berlin. Ein Teil des Terminals wird ein Low Price Terminal (Fertigstellung 2020) und der andere Teil ein 5 Sterne Terminal (Fertigstellung 2023). Mit der Fertigstellung des 5 Sterne Terminals soll ebenfalls die erste computergestützte Hochbahn der Welt entstehen. Nach Fertigstellung sollen die Passagierzahlen laut Prognose auf 90 Mio. ansteigen.

Auf den jeweils zwei Start- und Landebahnen, startet bzw. landet alle ca. 30 Sekunden ein Flugzeug, mit dem Terminal 3 sogar alle 20 Sekunden. Auf dem Flughafen befinden sich zwei Tower. Zum einen der alte Tower, von welchem man drei der Start- und Landebahn überblicken kann und zum anderen der neue Tower (2011 in Betrieb genommen), von dem alle vier Bahnen zu sehen sind. Um die Flugzeuge problemlos betanken zu können, ist zu jedem der 230 Parkpositionen eine unterirdische Kerosinleitung gelegt worden.

Der Flughafen ist nicht nur der größte Deutschlands, er hat auch die größte Werksfeuerwehr Deutschlands. Die aus vier Feuerwehren bestehende Werksfeuerwehr ist rund um die Uhr mit insgesamt 65 Mitarbeitern aktiv. Fraport hat einen durchschnittlichen Tagesumsatz von 8,5 Mio. Euro. Dieser Umsatz wird mit Hilfe von 81.000 Mitarbeitern (z.B. Bundespolizei 2.300, 21 Tsd. Fraport und 38 Tsd. Lufthansa) erwirtschaftet.

Zudem sind neben dem größten Fischmarkt Deutschlands 500 Firmen am Fraport ansässig. Weitere Flughäfen, die vom Fraport betrieben werden, sind unter anderem in Brasilien, USA, Russland und der Türkei zu finden.

Der Stromverbrauch des Flughafens beträgt etwa 10.000 € die Stunde und summiert sich somit auf einen Jahresverbrauch von 90 Mio. €. Dafür verantwortlich sind zum Beispiel die 38.000 Lampen mit denen der Flughafen abends beleuchtet wird. Darüber hinaus werden im Jahr ca. 4 Mio. Liter Trinkwasser verbraucht.

Werksbesichtigung bei Opel in Rüsselsheim

Am wärmsten Tag der Klassenfahrt (37°C!) stand neben dem Besuch des Fraports auch die Werksbesichtigung bei Opel auf dem Programm. Nach einer kurzen Fahrt mit der S-Bahn waren wir auch schon in Rüsselsheim am Main.

Eine kurze Verpflegungspause brachte alle wieder zu Kräften für den kurzen Fußmarsch zum Adam-Opel-Haus, wo uns unser Guide Ranjar auch schon begrüßte. Er gab uns noch kurz Zeit im Gebäude und so konnten wir einen Opel „Kapitän“, den neuen „Insignia“ und noch einige andere Modell von Innen und Außen betrachten.

Danach ging es zu Viktor in den Bus. Viktor fuhr uns auf dem 2,6 Mio m² (350 Fußballfelder) großen Firmengelände zuerst zur Oldtimer-Werkstatt zu einer historischen Einleitung mit Ranjar. Ein altes Stück einer Scheunenwand aus dem Stall, in dem Adam Opel seine ersten Maschinen herstellte, war der Anfang. Es waren Nähmaschinen. 24 Jahre später entstand dann etwas Neues. Der Motor der Nähmaschine wird in ein Fahrrad eingebaut und das Mofa war geboren. 5 Jahre nach dem Tod von Adam Opel präsentierten zwei seiner Söhne eine Kutsche mit Lenkrad und einem 1PS-Motor. Von nun an wurden von Opel Autos produziert. Neben Opel werden in Rüsselsheim auch Vauxhall (quasi der Britische Opel) und Buick hergestellt.

Station 2 war das Presswerk, in dem aus dicken Blechen in mehreren Schritten die einzelnen Karosserieteile gepresst und gestanzt werden. Diese Teile werden dann an unserer dritten Station, dem Rohkarosseriebau, von Robotern zusammengeschweißt, nachdem das jeweilige Teil vollautomatisch durch eine Hängebahn zur Schweißstation befördert wurde. Als letztes ging es dann zur Hochzeit, der Vereinigung von Karosserie und Fahrgestell. Auf einer Förderstrecke werden zuerst die letzten Montageschritte am Fahrgestell durchgeführt, ehe durch eine Hängebahn die jeweilige Karosserie über das Chassi schwebt und beide Teile vereint werden. Die letzten Meter dienen zum Anbau von Spoilern und Rädern und der Installation des Interieurs – fertig ist der Opel.

Es war eine Tour, die interessante Einblicke in eine Fertigungsstraße zeigt, die zum Teil vollautomatisch arbeitet und am Ende des Tages im 2-Schicht-Betrieb ca. 720 Autos vom Band rollen lässt.

Rückblickend können wir alle sagen, dass wir eine sehr schöne Klassenfahrt hatten. Bei traumhaften Temperaturen konnten wir die Stadt Frankfurt etwas genauer kennenlernen und durften viele neue Eindrücke gewinnen und interessante Informationen im Zusammenhang mit unserem Ausbildungsberuf sammeln. Ein Dank geht hiermit auch an Frau Preuß, Frau Voß und Herrn Fehlhaber. Sie haben die Klassenfahrt toll organisiert und begleitet.

Autoren: Schülerinnen u. Schüler der IN-B1-16