Unverpackt: Waren und Wahrheit


Der Weg zum letzten „Lernen-am-anderen-Ort“-Termin in diesem Schuljahr war für die KA-I1-18 kurz. Die Marientreppe hinunter, ein paar Meter nach rechts auf der Norderstraße und schon war der Bio-Laden „Momo Naturbutik“ erreicht. Dieser Laden wurde erst vor wenigen Wochen eröffnet. Bereits vorher existierte am selben Ort ein Bio-Laden, nämlich das „Gaya“. Als deren Inhaber Ende 2018 starb, beschlossen die beiden ehemaligen Mitarbeiterinnen Mia und Malene und ihr Freund und Nachbar Philip, einen neuen, modernen Laden zu eröffnen. Malene erklärte, dass es eine „Bauchentscheidung“ gewesen sei, einen Businessplan oder ähnliches hätten die Gründer nicht gehabt. Das Konzept, auf regionale und frische Lebensmittel sowie auf ein Café mit veganem Mittagstisch zu setzen, gehe bislang aber sehr gut auf. Besonders wichtig ist den Gründern auch das Vermeiden von Verpackungsmüll, so dass die Kunden für bestimmte Waren wie Nudeln, Reis oder Müsse ihre eigenen Behälter mitbringen sollen. Auch die Werbung verzichtet auf Druckerzeugnisse wie Flyer, das „Momo“ wird über Facebook, Instagram über persönliche Empfehlungen beworben.

Die Schüler der KA-I1-18 hatten auch einige Fragen vorbereitet, die sich z.B. mit dem Standort Norderstraße, der Zielgruppe oder der Auswahl der Lieferanten beschäftigten. Besonders interessant war die Tatsache, dass die Gründer über die Plattform Startet im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne über 20.000 € erlöst hatten, mit denen sie vor allem die eigenhändige Renovierung und Neugestaltung des Ladens finanziert haben. Für die Schüler/innen war der Besuch auch deshalb so interessant, weil die Gründerin Malene kaum älter war als sie selbst, was die gegenseitige Kommunikation natürlich erleichterte. Die Klasse war beeindruckt vom schön gestalteten Laden und von den vielen unverpackten Informationen. Nach etwa 45 hochinteressanten Minuten folgte dann der kurze und knackige Rückweg, die Marientreppe hoch zum Schloßwall.

Autor: Dr. Kai Teichmann