Was leisten Religionsgemeinschaften konkret für unsere Gesellschaft?
Mit dieser Frage haben sich die Schüler und Schülerinnen der Religionskurse von Frau Hinrichsen (12. Jahrgang, Berufliches Gymnasium) intensiv beschäftigt – und sind dafür raus aus dem Klassenraum, rauf auf Gleis 1 am Flensburger Bahnhof, hinein in die Jüdische Gemeinde Flensburg und rein in echte Begegnungen.
Im Rahmen des Projekts „Religiöse Vielfalt leben- Gemeinsam Zukunft schenken“ entstanden kreativ gestaltete Geschenkkartons, die verdeutlichen das Religionsgemeinschaften in unsere Gesellschaft Zusammenhalt, Engagement, Menschlichkeit und Aufklärung einbringen. Diese Handlungsprodukte wurden im Dezember an der HLA ausgestellt und nun an die Religionsgemeinschaften feierlich übergeben.
Bahnhofsmission Flensburg, ökumenische Einrichtung der evangelischen und katholischen Kirche
Hier wurde deutlich, was Religion im Alltag bedeutet: Hilfe auf Augenhöhe, unabhängig von Herkunft oder Religion. Ehrenamtliche berichteten von ihrer Arbeit als „unterstes soziales Netz“ – nah an den Menschen, die praktische oder lebensbegleitende Unterstützung brauchen (Unterstützung hilfsbedürftiger Reisende, aber auch die Versorgung von Obdachlosen). Besonders eindrücklich: Ein muslimischer Mitarbeiter erzählte, dass ihn das Helfen selbst glücklich macht, weil so viel Dankbarkeit zurückkommt. Ein starkes Zeichen für gelebte Solidarität!
Der Schüler Jean übergab seinen kreativ gestalteten Geschenkkarton an die Flensburger Bahnhofsmission. Darin: Butterbrottüten mit Mutmach-Botschaften – gestaltet und beschrieben von Schülern und Schülerinnen der HLA. Die Tüten werden nun gefüllt mit Verpflegung an bedürftige Menschen ausgegeben und schenke neben Proviant auch ein Gefühl von Gesehen-Werden.
Jüdische Gemeinde in Flensburg
Der Besuch der Jüdischen Gemeinde Flensburg war für viele Schüler und Schülerinnen eine besonders eindrückliche Erfahrung. In einer Zeit, in der Antisemitismus in unserer Gesellschaft leider wieder sichtbarer wird, wurde hier eine besondere Botschaft deutlich: Dem Menschen begegnen- nicht dem Vorurteil!
Offen und ehrlich wurde über jüdisches Leben heute in Deutschland und Flensburg gesprochen: über Sicherheit, über Sorgen, aber auch über Alltag, das aktive Gemeindeleben und Zusammenhalt. Dabei wurde deutlich hinter all diesen Themen geht es vor allem um Menschen mit Geschichten, Erfahrungen, Fragen und Hoffnungen.
Der gestaltete Geschenkkarton von Ida, Zeynep und Finn-Thore wurde im Rahmen dieses Gesprächs vorgestellt und für Ausstellungszwecke an die Gemeinde überreicht.
Diese Begegnungen im Religionsunterricht stehen exemplarisch für:
- Dialog statt Vorurteile!
- Begegnungen, die bewegen!
- Nicht nur reden, sondern handeln!
- Religion als Fach, das gesellschaftlich relevant ist.
- Schüler und Schülerinnen, die erleben: Ich kann etwas bewirken.
Wir bedanken uns bei der Bahnhofsmission Flensburg und der Jüdischen Gemeinde Flensburg für die Offenheit für unsere Fragen und Themen, das Vertrauen, und die vielfältigen Impulse!
Dieses Projekt lebte besonders von den Ideen, der Initiative und dem Einsatz der Schülerinnen und Schüler der Religionskurse- Engagement, das weit über den Unterricht herausgeht!
Text: HinJ