Freiheit braucht Engagement

"Besonders bewegt haben uns die vielen Zeitzeugenspräche. Egal ob mit ehemaligen Insassen des Stasi Gefängnisses Hohenschönhausen, mit Geflüchteten oder mit Bürgern der ehemaligen DDR, jeder hat seine persönliche Geschichte erzählt. Und die waren sehr bewegend", so das Fazit der BG 22a. Gerade in Bezug auf die heutige Zeit hatten alle Zeitzeugen noch einen Rat an die junge Generation parat: "Freiheit braucht Engagement – sonst wären wir wahrscheinlich immer noch in einem Unrechtsstaat gefangen."

Die Studienfahrt der BG 22a ist ein ganz besonderes Angebot der Politikfachschaft: Lernen an originalen Schauplätzen in Berlin. Das Thema: Deutsch – deutsche Geschichte in der Zeit von 1945 - 1990. Hierzu sollten alle Schüler eine Projektarbeit zu einem selbst ausgewählten Thema verfassen. Dazu konnten sie direkt vor Ort recherchieren und sich originale Schauplätze anschauen.

Was genau passierte lesen Sie in der Reisereportage der BG 22a:

Montagmorgen erreichten wir voller Vorfreude Berlin und checkten im Meininger Hotel Tiergarten ein. Nach einer entspannten Ankunft machten wir es uns im Hotel gemütlich, packten unsere Koffer aus und freuten uns auf die kommenden Tage in der aufregenden Hauptstadt. 

Wir erhielten eine kleine Einführung in der die Regeln des Hotels und erhielten unsere Keycards für die Zimmer. Anschließend hatten wir Freizeit in den Zimmern, in denen man entweder an seiner Projektarbeit arbeiten konnte oder sich von der Zugfahrt erholen konnte. Einige verschlug es auch in die Innenstadt.

Um 17 Uhr trafen wir uns am Checkpoint Charlie, wo jeder in seinen Gruppen individuell hinpilgerte. Vom Checkpoint Charlie aus liefen wir zum „Museum am Checkpoint Charlie“, wo wir eine Rundführung bekamen und so einen Einblick in die vielen verschiedenen Fluchtmethoden erhielten, die damals genutzt wurden. Die Kreativität und Bereitschaft, das eigene Leben durch den Fluchtversuch zu riskieren, sowie die Bereitschaft, es durch Fluchthilfe zu riskieren, verdeutlichten uns, wie hoffnungslos die Lage in der DDR gewesen sein muss, um so etwas überhaupt in Erwägung zu ziehen. 

Gegen 19 Uhr, nachdem die Führung beendet war, hatten wir erneut Freizeit und durften in unseren Gruppen dorthin gehen, wo wir wollten. Während einige zurück zum Hotel gingen und in der Küche ihr Essen selbst kochten, zogen es andere vor, in Restaurants den Abend ausklingen zu lassen. Wir sollten bis 23 Uhr wieder im Hotel sein, woran sich alle auch hielten. So endete unser erster Tag der Studienfahrt mit guter Stimmung. Anstatt vom Museumsbesuch getrübt zu sein, bekräftigte er nur den Grund unserer Studienfahrt: nämlich aus der Geschichte zu lernen und dafür zu sorgen, dass nie wieder jemand gezwungen sein wird, sein Leben für das Recht auf Freiheit und Eigenbestimmung zu riskieren.

 

BG 22a, Warda Ise

Dienstag stand ein Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen an. Bei einer dreistündigen Führung durch das ehemalige Stasigefängnis, das damals als Untersuchungshaftanstalt für politische Gegner diente, ging es durch die alten Kellerverliese, Verhörräume und das Häftlingskrankenhaus.

Verbunden mit den persönlichen Erinnerungen des kubanischen Zeitzeugen Jorge Vazquez, der damals aufgrund seiner Westkontakte und Fluchtpläne verhaftet wurde, war es eine berührende Reise zurück in die Vergangenheit, die für Betroffenheit und viele neue Eindrücke sorgte. Zudem war besonders der Vergleich zweier verschiedener Diktaturen im Hinblick auf ihre Haftvorgehen- und bedingungen interessant. Nach der individuellen Weiterarbeit an den Projekten wurde der Abend schließlich mit einer gemeinsamen Gruppenbesprechung abgeschlossen.

 

BG 22a, Viola Maruhn

Mittwoch, 14.02.2024

Eine faszinierende Reise in die Unterwelten Berlins

Am 14.02 hatte die BG22a inklusive Herrn Petersen und Jensen die Gelegenheit, an einer außergewöhnlichen Exkursion in die Berliner Unterwelten teilzunehmen. Unsere Reise führte uns tief hinab in die verborgenen Tunnel und Bunker, die einst ein wichtiger Teil der Geschichte dieser faszinierenden Stadt waren. Unser Abenteuer begann mit der Führung eines netten Tourguides, der uns mit seinem umfangreichen Wissen über die vergessenen Welten unter Berlin beeindruckte. Während wir durch die dunklen Gänge liefen, erzählte er uns von der bedeutenden Rolle, die diese Tunnel während vergangener Zeiten gespielt hatten. Von den Schutzräumen während des Zweiten Weltkriegs bis hin zu den geheimen Fluchtrouten während des Kalten Krieges - jede Ecke dieser Unterwelt trug Spuren der Vergangenheit. Er betonte immer wieder, wie leicht es sei, die Bedeutung dieser Unterwelten in der modernen Zeit zu übersehen. In einer Stadt, die sich ständig verändert und modernisiert, werden die alten Tunnel oft vergessen oder übersehen. Doch gerade diese vergessenen Orte bergen einzigartige Geschichten und Erinnerungen, die es zu bewahren und zu erforschen gilt. Wir finden es beeindruckend wie viel Menschen bereit sind für Freiheit aufzugeben. Während wir durch die engen Gänge und verlassenen Räume wanderten, fühlten wir uns wie Entdecker vergessener Schätze. Jeder Schritt war eine Reise in die Vergangenheit, die uns half, die Geschichte Berlins aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Unser Ausflug in die Berliner Unterwelten war nicht nur lehrreich, sondern auch inspirierend. Er erinnerte uns daran, wie wichtig es ist, die Vergangenheit zu ehren und zu bewahren, auch wenn sie sich oft in dunklen und vergessenen Ecken verbirgt. Wir verließen die Tunnel mit einem neuen Verständnis für die reiche Geschichte dieser Stadt und einem Gefühl der Dankbarkeit für die Möglichkeit, an einem so einzigartigen Erlebnis teilzuhaben.

 

BG 22a, Jamie Kieckbusch

Heute haben wir, wie jeden Tag, mit dem Frühstück gestartet und sind danach zur Gedenkstätte der Berliner Mauer gefahren. Vor Ort haben wir uns die Originalreste der Mauer an der Gedenkstätte Bernauer Straße angeschaut und viele bewegende Eindrücke unterschiedlicher Fluchtschicksale bekommen. Dies hat einem noch mal verdeutlicht, wie hoch und unüberwindlich sie wirklich war und wie sich die Menschen wohl damals gefühlt haben müssen, als sie unter Verzicht auf viele Freiheiten eingesperrt waren. 

Danach durften wir vor Ort Teil eines moderierten Gespräches mit einer Zeitzeugin aus Ost-Berlin Teil werden, welches in Form eines Interviews mit Fragen von unserer Seite aufgebaut war. Sie hat uns persönliche Einblicke gegeben, wie es war, dort aufzuwachsen und zu leben, sie nahm auch Bilder mit die sie uns zeigte. Es war echt interessant eine persönliche Perspektive zum Thema rund um wie es war in Osten-Berlin zu leben, zu erhalten. 

Berlins Geschichte ist eine Geschichte von Spionage. Daher haben wir am Abend das Berliner Spionage Museum besucht. Dabei haben uns besonders die Laserchallenge und der Lügendetektor beeindruckt.

Als Abschluss des Tages haben wir dann das indischen Restaurant AMRIT besucht und die gemeinsame Zeit nett ausklingen lassen, mit sehr leckerem Essen!

Am letzten Tag stand nur noch die Rückfahrt auf dem Programm.

 

BG 22a, Adelina Müller